ENTFALTUNG DER VAMPIRTHEMATIK
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schließung
mit Sophie Rückling Oktober 1805 verlassen haben; 1807 mußte er es
ebenso wie Sophies Haus in einem Konkurs verkaufen).115
Das
andere Wappen, ein Flügelpaar mit Schrägbalken, läßt keine
augenfällige Sinnbestimmung zu. Die beiden Braunschweiger
Wappenkundler sprechen bei ihrem Deutungsvorschlag von
einem »Fluchwark«, da es in ähnlicher, etwas
weniger stilisierter Form um 1580 bei einem Notar namens
»Fluewer(c)k« als Siegel und Signet nachzuweisen
ist.116
Bei zwei zusammenstehenden Wappen steht
in der Regel auf der heraldisch rechten Seite
(links für den Beschauer) das Wappen des Ehemannes,
so daß alles dafür spricht, daß wirklich ein
Fluewerk - etwa der Vater des Genannten - das redende
Wappen eines »Flugwerks«117
an dem 1537 erbauten Haus anbringen ließ. Klingemann, der
sich in seinen Ritterromanen als eifriger
Quellenforscher ausweist und auch eine heraldische
Fußnote zum historischen Wappen derer
von Asseburg aufführt,118
hatte sicherlich längst schon die Bedeutung
des Wappens an seinem Geburtshaus in Erfahrung zu
bringen versucht. Wir können nicht wissen, was dabei
herauskam, wenn man sich aber an die Minimalbedeutung
des historischen Namens bzw. an seine Fassung
»Fluchwark« hält, so hat man es sogleich mit einer
äußerst düsteren Aura zu tun. Wegen der nicht
gesicherten Wappenerklärung würde
ich mich nicht weiter darauf einlassen, wäre mir
diese Aura nicht schon in Klingemanns Werk
aufgefallen und gäbe es nicht auch in den
»Nachtwachen«
ähnlich unheimliche Winke. »Wark«
ist nämlich nicht nur eine verbreitete
Nebenbildung zu »Werk«,
son-
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115
Vgl.
H. Burath, a.a.O. (Fußnote 84 auf S. 58), S. 84f. und 227. Die
Braunschweiger Adreßbücher setzen leider erst 1805 ein
(Auskunft des Stadtarchivs).
116
Vgl.
H. Meier/C. Kämpe (Fußnote Nr. 108 auf S. 66), Jg. 1903, S. 32
(Nro. 3) bzw. Carl Kämpe, Braunschweiger
Wappenbuch,
Bd. 1 (o.J.); Stadtarchiv Braunschweig, Signatur H III 3, Nr. 4
117
Deutsches
Wörterbuch,
hg. v. Jacob und Wilhelm Grimm (Leipzig 1854ff.), Stichwort Flugwerk
118
Die
Asseburg. Historisch-romantisches Gemählde aus dem dreizehnten
Jahrhunderte (anonym,
2 Bde., Braunschweig 1796f.), Bd. 1, S. 201-204