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Wuchernde Phantasie
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Sprache und Erinnern
Besuch als Korrektiv
Identitätsfragen
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Über das Vergessen
Biogr. Stimmigkeit
Proust. Doppelgänger
Psychobiologisches
II  Reiseberichte
III Zu Wim Wenders
IV Film und Kindheit
V Mitschüler/Schulen
VI Germanistisches
VORWORT
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ei­nem of­fe­nen Brief Ass­heu­er vor, „im Auf­tra­ge Dritter” ge­schrieben und „über­­trie­ben auf­ge­tragen” zu ha­ben und wandte sich zu­gleich gegen Ha­ber­mas, dessen „li­be­ra­le Mas­ke” im Kon­flikt zerfalle und mit dessen Aktion die Frank­furter „Kri­ti­sche Theo­rie” zu Grabe ge­tra­gen worden sei.6 Ha­bermas sel­ber re­­agier­te nur mit einem Le­ser­brief und ging in sei­nem zwei Jah­re spä­ter ver­öf­fent­lichten Buch Die Zukunft der menschlichen Na­tur (2001) auf die­se Pol­e­mik nur in­di­rekt mit ei­nem nicht aus­ge­wie­se­nen Slo­ter­dijk-Zi­tat ein, wenn er von den „nietzsche­ani­schen Phan­ta­sien der Selbst­dar­stel­ler” spricht, die im ‘Kampf zwi­schen den Kleinzüchtern und den Groß­züch­tern des Men­­schen’ den ‘Grund­­kon­­­flikt al­ler Zu­kunft’ se­hen”.7


Es war dies eine sehr persönlich gehaltene und verletzende De­bat­te. Bei einer so radikalen, nichts Ge­rin­ge­res als eine We­sens­um­wandl­ung des Menschen the­ma­ti­sie­ren­den Problemstellung kann es viel­leicht schwer­lich anders sein. Wes­halb je­der Teil­neh­mer gut daran täte, sich den Fra­gen be­hut­sam über die re­le­van­­ten phi­lo­so­phisch-anthropologischen Vor­ar­bei­ten an­zu­nähern und im­mer auch den eigenen (Ausgangs-)­Stand­punkt of­fen­zu­le­gen. Was Ha­ber­mas in seinem Buch dann übri­gens tat, indem er sich zu den „Prämis­sen des nachmetaphysi­schen Denkens” bekannte.8 Von die­sen heu­­­­­ri­­­stischen, gei­stes­ge­schicht­lich freilich zu begründenden Prä­mis­sen, die al­so je­de Art von trans­zen­den­ter und spe­zi­ell re­li­giö­ser Verpflich­tung ablehnen, gehe auch ich aus, habe jedoch – wie er­wähnt – ei­nen anderen Zugang zu der Pro­blem­stel­lung als Ha­ber­mas. Seinen strikt „gat­tungs­ethi­schen” an­thro­po­lo­gi­schen An­satz möch­te ich ebenso wie die gleich­falls post­me­ta­phy­si­sche, je­doch für Ex­pe­ri­men­te aufge­schlossenere Position von Slo­terdijk zu­nächst er­ör­tern, um das Auf­kom­men dieser Fra­ge­stel­lun­gen dann durch die Geschichte der neu­zeit­li­chen (Phi­lo­so­phi­schen) An­thro­­­po­lo­gie zu ver­fol­gen.

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6 Vgl. den Wikipedia-Artikel Regeln für den Menschenpark und dort den fol­gen­den Web­link: http://­de.­wi­ki­pe­dia.­org­/wi­ki/­Re­geln­_f%­C3­%­BCr_­den_­Men­schen­park

7 Jürgen Habermas, Die Zukunft der menschlichen Natur. Auf dem Wege zu ei­­ner libe­ralen Eugenik? Frankfurt/Main 2001. Ich zitiere nach der vierten, er­­wei­­­ter­ten Aufla­ge von 2002. (Zitat S. 43)

8 a.a.O., S. 9
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