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Blick vom Haus auf die Rheinwiesen (Photo 1993)


ZWEITER LEBENSRAUM: VON PHANTASIEBILDERN ÜBERWUCHERT

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hen Kindheit in dem kaum drei Kilometer ent­fern­ten Nie­der­rheindorf widerfahren zu sein, wo ich im Alter von vier­ein­halb bis acht Jahren leb­te (bis Januar '53). Aus der el­ter­li­chen Woh­nung konnte ich hier über die Straße und einen Draht­zaun hin­weg so­gleich in die Rhein­wiesen treten. Nur noch ei­ne mäch­ti­ge, von uns manchmal bekletterte Weide gleich links jen­seits des Zaunes ist mir als Blick­fang und Aus­gangs­punkt der Orientierung zu­gleich auch szenisch präsent. Was wir aber in den Wie­sen in Sicht­wei­te des Hau­ses trie­ben, wird mir nicht mehr erinnerlich – solange jedenfalls nicht, als ich mir die Um­ge­bung in dem spon­tan sich mir an­bie­ten­den, wie­derum wie automatisch ab­laufenden visuellen Raum­sche­ma­tis­mus ver­ge­gen­wär­ti­ge. Ha­ben sich doch hier­bei in mei­ner Er­in­nerung den Büschen und Bäumen der Wie­sen­rän­der Mär­chen- und Ro­man­sze­nen an­ge­la­gert, die ich zum Teil erst lan­ge nach mei­nem Wegzug aus dieser Rhein­wie­sen­stra­ße ken­nen­lernte:


Links vorne also der Kletterbaum, vor dem ich stehe und mit ziemlicher Bewun­derung zu einem größeren Jungen hinaufblicke, der da oben ei­nen Sitz einzurich­ten steht. Der Baum ist der erste in einer langen, mit Stacheldraht um­zäunten Reihe, die tief in die Rhein­wie­sen hineinführt. Dort hinten, ein wenig nach rechts hin, steht in meiner Erinnerung ein vereinzelter hohler Baum, durch den in An­der­sens Mär­chen ,Das Feuerzeug’ der Soldat von der Hexe in die Erdhöhle hinabgeseilt wird <um 1953/54 ge­le­sen?>. Auf glei­cher Hö­he und etwas weiter rechts da­von schließt sich ein Wäldchen an, wo Schneeweißchen und Rosenrot mit dem Bä­ren woh­nen und an des­sen äußerem Rand rechts die wilden Schwäne rauschend über ihre Schwester hinwegfliegen <um 1953?>. Noch wei­ter nach rechts in die­sem Viertelkreisbogen, schon beinahe an seinem äußersten unte­ren Rand, nahe der Stra­ße, erscheinen am Wie­sen­saum ge­heim­nisvolle ge­mauerte Schächte <Versor­gungströge für Vieh>, die mir schon in früher Ju­gend im­mer nur als ,Mon­te­zu­mas Schatz­kammer’ in den Sinn kommen <eine Assoziation aus Stuckens Roman ,Die weißen Göt­ter’, den ich erst um 1954/55 heim­lich las>.

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