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Chinas letzter großer Kaiser Qianlong (reg. 1735-96); tat sich
hervor auch als Feldherr, Schriftsteller, Kalligraph, Bauherr, Schriften- und Kunstsammler





Sommerresidenz Chengde: Das vom Qianlong-Kaiser erbaute und für seine Studien bewohnte
"Haus des Dunstes und des Regens" (Yan Yu Lou)

Quellen: www.threeemperors.org.uk/files/images/2ba9cb76250a5d547b023bc1a9afa80f.jpg                                                                                                                                                                             http://mw2.google.com/mw-panoramio/photos/medium/1256529.jpg


Die immer noch gern kolportierte Version, daß der Großvater von Xianfeng, Kaiser Jiaqing, 1820 in Chengde von einen Blitz er­schla­gen wurde und wegen dieses für Chinesen un­heil­vol­len Omens der Hof von da an die Sommerresidenz gemieden hät­te, geht ver­mut­lich auf eine Desinformation durch westliche Diplomaten oder Reporter zurück. Nicht der Schlag ei­nes Blit­zes ereilte ihn, son­dern wahr­schein­lich ein Schlag­an­fall ("stroke").


Unsere Reisegruppe durchläuft zuletzt gemächlich das Seengebiet im Osten der Anlage. Größere Inseln der Seenplatte wurden hier durch Däm­me in Inselchen unterteilt. Da und dort haben sich nur Ruinen oder die Grundmauern eines Pavillons erhalten. Wie in der chi­ne­si­schen Gartenarchitektur üblich, sind etliche Anlagen Nachbildungen anderer be­rühm­ter Gär­ten und Ge­bäu­de, so das ex­po­niert auf der Insel des Grünen Lotos gelegene "Haus des Dunstes und des Regens", in dessen oberem Stock­werk der Kai­ser sei­ne Stu­dier­zim­mer hat­te. Und von dem Areal "Graspfad und Wolkendamm" werden wir in einigen Tagen des­sen Vor­bild sehen, den Su-Damm am West­see von Hangzhou. Als ich jetzt aus ei­ni­ger Ent­fer­nung etliche Zinnen der 10 km lan­gen Pa­last­mau­er von Cheng­de erblicke, ist mir sekundenlang, als hätte ich einige der sehr weit entfernten Wach­tür­me der Gro­ßen Mau­er vor Augen.

   Für ihre hiesige Sommerresidenz haben die Kaiser nicht nur Brücken, Türme oder Pavillons nachbilden lassen, sondern ganze Palastanlagen wie die Stamm­sit­ze des Da­lai- und des Pan­chen-Lama. Bestätigt dies das Klischee von der Ko­pier­wut der Chi­ne­sen? Oder ist es nicht vielmehr so, daß diese Garten-, Landschafts- und Gebäudezitate da­mals - und auf welch anderen Gebieten noch heu­te? - sich zwischen der imperialen Geste der Aneignung des Frem­den und der di­plo­ma­tisch-be­wun­dern­den Ge­ste der An­er­ken­nung bewegen kön­nen?

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