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Über das Vergessen
Biogr. Stimmigkeit
Proust. Doppelgänger
Psychobiologisches
II  Reiseberichte
III Zu Wim Wenders
IV Film und Kindheit
V Mitschüler/Schulen
VI Germanistica

 



RÜCK- UND AUSBLICK


Vom theozentrischen Denken zur Exzentrizität des

,Homo absconditus’

 

 


Auch wenn die in den letzten Kapiteln refe­rierten an­thro­pologi­schen Theorien von mir nicht ex­pli­zit einer kri­ti­schen Be­ur­tei­lung un­ter­zo­gen wurden, stellen sie doch eine Auswahl dar, die ei­ner be­stimm­ten Argu­menta­ti­ons­linie folgt. Be­stimmt wurde diese durch die Su­­che nach solchen Mo­del­len mensch­licher Selbst­ein­schä­tzung, die nicht le­dig­lich die Mög­lichkeit, vielmehr die kon­sti­tu­ti­o­nel­le Not­wendigkeit einer ständigen An­pas­sungs­leistung und Selbst­über­schrei­tung des Men­schen und sei­ner Kul­tur be­haup­te­ten. Diese (relative) kul­tu­­rel­le Offenheit pflegt man aus der be­son­de­ren bio­lo­gi­schen Aus­stattung des Menschen her­zu­leiten und von der instinktgeleiteten Ver­hal­tens­si­cher­heit des Tie­res ab­zu­gren­zen. Wegen ihrer erheblichen Feh­ler­träch­­tig­keit wur­de die­se Of­fen­heit meist als emi­nent ethi­sche Her­aus­for­de­rung auf­ge­faßt. Als Verpflichtung zu ei­nem un­ab­läs­si­gen Umbau der vom Menschen selbst er­schaf­fe­nen Le­bens­be­din­gun­gen ent­hält sie ne­ben der Chance zu einem (relativen) Neubeginn zu­gleich das Ri­si­ko der Zer­stö­rung des Er­reich­ten, bis hin zur Kor­rup­tion der menschlichen Existenzweise selbst. Solch fun­da­men­tal­ethi­­schen Cha­rak­ter hat vor al­lem die ge­gen­wär­ti­ge Dis­kus­si­on über den biologischen Gat­tungs­cha­rak­ter des Men­­schen, den ge­ne­tisch und tech­no­lo­gisch zu ma­ni­pu­lie­ren man auf ver­schie­de­ne Wei­se be­gon­nen hat.

 

Das Dilemma der Korrumpierbarkeit auf­grund der exi­sten­ti­el­len Of­fen­heit wird schon bei der De­fi­ni­ti­on oder We­sens­be­­stim­mung des Men­schen deutlich. Unter den Ver­fech­tern der „Weltoffen­heit” zeich­net sich im­mer wie­der die Ten­denz ab, ihn von al­len Be­stim­mun­gen frei­zu­spre­chen und als das We­sen zu be­zeich­nen, das sich nicht fest­le­gen läßt. In letz­ter lässig-oppor­tu­ni­sti­scher Kon­se­quenz dürf­te er dann aus sich und sei­nesgleichen machen, was ihm nur als Ver­lockung in den Sinn käme, dürfte sich also auch von der eigenen Ge­schich­te und der überlieferten


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