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Die letzte Etappe von Dundee und der Firth-of-Tay-Brüche über Kinross nach Edinburgh
Am nächsten Tag die Weiterreise von Edinburgh nach Inverness

Links: Horst Fleig unterhalb der neuen Tay Rail Bridge und bei den Relikten der zusammengestürzten alten Tay-Brücke;
darunter ein Foto dieser Reste (mit einer Eisenbahnschiene)
Rechts: Das 1881 errichtete Denkmal für die Schlacht bei Culloden (1746); darunter Gedenksteine für beteiligte schottische Clans

Quellen: Google Maps   Tay-Fotos von Ruth und Horst Fleig   www.google.de./Maps/Place/Culloden+battlefied         


Über Perth fahren wir zur Ostküste nach Dundee und sehen dort im Hafen Robert Scotts Südpolarschiff „Discovery“ liegen (für eine Besichtigung ist es zu spät). Wir überqueren den Firth of Tay auf der Tay Road Bridge, die ungefähr zwei Kilometer östlich der neueren Eisenbahnbrücke liegt. Wir fahren zu dieser 1887 eröffneten Brücke und erkennen wie in einem unserer Reiseführer erwähnt daneben noch die Stümp­fe der ersten Bahnbrücke, deren Mittelteil im Dezember 1879 unter dem von Edinburgh bei einem Orkan herandampfenden Zug zusammenstürzte; alle Fahrgäste und das Personal starben bei dem Unglück. Fon­tane reagierte schon im Januar 1880 mit seiner Ballade Die Brück' am Tay‘. – Eine Untersuchungskommission wies die desaströse technische Planung der Brückenkonstruktion nach, so waren die Zü­ge statt der zugrundegelegten Geschwindigkeit von 60 km/h inzwischen bis zu 110 km/h schnell geworden.

   Eine Anwohnerin zeigt uns den Zugang zu den Relikten der Katastrophe. Bei einer Seitenstraße steht ein Schild, wonach Hunde hier nichts zu suchen hätten („a moral crime“). Bei heftigem Gegenwind springe ich auf auf einen alten Hauptpfeiler und erblicke dort noch Schienenreste. Ruth hat derweil wohl vom Brückengelände einen Ziegelstein mit runden Löcher gefunden.

   Auf der Rückfahrt nach Edinburgh machen wir am Kinross-See Halt. Die im Loch Leven auf einer Insel liegende Burg war ein Staatsgefängnis, aus dem nach elfmonatiger Gefangenschaft Mary Stuart 1568 ent­fliehen konnte. Vom Castle Viewpoint“ aus kann man die Burg gut erkennen. Über einen Friedhof mit etlichen schief stehenden oder schon halb versunkenen Grabsteinen gehen wir zum Auto zurück.

 

Mo. 26.7.93) Ehe wir Edinburgh verlassen, suche ich die erst 1925 gegründete Nationalbibliothek auf und schaue mir wie auf unseren Reisen üblich den Lesesaal und das Treiben ringsumher an. Ruth besichtigt derweil die dortige Sonderausstellung mit Gebäudezeichnungen des wohl deutschstämmigen John Slezer (aus dem späten 17. Jh.). Danach schauen wir uns noch den in der Nähe liegenden, nach Auflösung eines Franziskanerklosters hier angelegten Greyfriars-Friedhof an, dessen Monumente teilweise die Rückseiten der umliegenden Wohnhäuser berühren. Einige Grabgewölbe haben Eisengitter, um die im 18. Jh. in Edinburgh florierende Zunft der Grabräuber fernzuhalten.

   Auf der Weiterfahrt zu unserem Tagesziel Inverness machen wir am Killiecrankie-Pass Halt. Im Juli 1689 schlugen hier die Jakobiten (Anhänger des vertriebenen englischen Königs Jakob II.) die doppelt so starken englischen Truppen, verloren dabei aber ihren Anführer „Bonnie Dundee“, so dass sie nicht mehr in den Norden Schottlands vorrückten. Etwas weiter nördlich soll die Stelle liegen, wo ein fliehender engli­scher Soldat sich mit einem 5-1/2-Meter-Sprung über den Fluss Garry vor seinen schottischen Verfolgern retten konnte. In Richtung Inverness kommen wir immer wieder an Schafweiden vorbei.

 

Unser Hotel in Inverness liegt nahe beim Kaledonischen Kanal. Nach Ausladen des Gepäcks fahren wir sogleich zu dem wenige Meilen entfernten Schlachtfeld von Culloden (Schlacht vom April 1746). Die hier beigesetzten schottischen Clans werden durch kleine Banner markiert. Von einem Informationsbungalow aus starten starten immerzu Führer kleinerer Gruppen in das ungefähr einen Quadratkilometer große Ge­lände. Wir gehen allein und kommen schon bald zu den ersten flachen Hügelchen der Massengräber, in denen ungefähr 30 Mitglieder eines Clans beigesetzt wurden, auch an Gräbern für „mixed clans“. In größe­rer Entfernung liegt ein mächtiger Findling, von dem aus der englische Kommandeur, der Duke of Cumberland die Schlacht geleitet hatte. Seinen Beinamen „The Butcher“ erhielt er vor allem wegen seines Be­fehls, die verletzt liegen gebliebenen Schotten mit dem Bajonett zu erstechen, Gefangene zu exekutieren und die schottischen Highlands über Monate hin verwüsten zu lassen. Sein militärischer Gegenspieler bei den Jakobiten, Prinz Charles Edward Stuart („Bonnie Prince Charlie“), konnte in Frauenkleidern nach Frankreich entkommen.

    Nur anderthalb Meilen vom Schlachtfeld entfernt liegen die prähistorischen, ungefähr ab 2300 v. Chr. angelegten Grabstätten von Clava Cairns (cairn= Grabhügel, Hügelgrab). Es sind mehrere Grabhügel, um­randet von einem ungefähr zehn Meter entfernten Kreis aufrecht stehender meterhoher Steine, die einst signalisierten, dass die jeweilige Grabstätte nicht mehr in Gebrauch war. Wir beiden sind hier allein, um­laufen den Steinring und gehen bis ins Innere eines archäologisch freigelegten Ganggrabes, das nach der Wintersonnenwende ausgerichtet war. Auf dem Rückweg müssen wir registrieren, dass zumindest einer der Monolithen zur Freihaltung des Weges zu einer Farm respektlos entfernt wurde.

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