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KAFKA-Skulpturen von Jaroslav Róna und David Černý



Links: Treiben auf der KARLSBRÜCKE. Im Hintergrund halbrechts der HRADSCHIN
mit der Prager Burg und dem Veitsdom

Quellen: www.heinzalbers.org/page-prag0028.htm   www.radio.cz/de/artikel/48282/pictures/r/umeni/rona_kafka.jpg#pic  https://de.wikipedia.org/wiki/David_%C4%8Cern%C3%BD#/media/File:David-%C4%8Cern%C3%BD,-Kafka.jpg


Kreuz und quer durchlaufen wir danach die Neu- und Altstadt und gelangen zuletzt zur Karlsbrücke. Eine Zeitlang schau­en wir amüsiert zu, wie ei­ne jun­ge Amerikanerin zeichnerisch stark auf­ge­hübscht wird. Wie in den fol­gen­den Tagen stehen immer wie­der ost­eu­ro­pä­ische Bettler in gebückter De­muts­hal­tung da oder liegen, mit Kopf und Armen aufs Pfla­ster hin­gestreckt, unbeweglich wie in christ­li­cher Pro­sternation. Keinmal war zu sehen, daß sie da­mit Er­folg hatten, und auch ich war nur bereit, einem Musikanten beim ob­li­ga­to­risch gemurmelten „Vi­va la musica!” mein Scherf­lein zu ge­ben.


2. Tag, Die. 6.6.06:

Nach dem Frühstück nehmen wir die Straßenbahn zum Hradschin-Bezirk. Entgegen einem offenbar veralteten Fahrplan biegt sie von der Innenstadt her in südlicher Rich­tung ab. Die nächste Ge­gen­bahn bringt uns nur bis vor die Mol­dau­in­sel oberhalb der Jo­seph­stadt. Wir dis­po­nie­ren sogleich um und gehen am palastartigen Postmuseum vor­bei zu den Resten dieses einst jüdischen Stadt­teils. Gleich ne­ben der Spa­ni­schen Syn­a­go­ge stoßen wir auf das erste Kaf­ka­denk­mal Prags, eine 2003 er­rich­te­te Sta­tue nach der po­stum ver­öf­fent­lich­ten Er­zäh­lung 'Be­schrei­bung eines Kamp­fes'. Der mit dem Fin­ger den Weg weisende Kafka sitzt auf den Schul­tern ei­nes kopf­lo­s gestalteten Rie­sen, wes­halb zwi­schen den Beinen Kafkas eine merkwürdig gestaltete Öff­nung klafft – ei­ne An­spie­lung auf das „Müt­ter­chen Prag” unseres Dichters, der ja ein notorischer Durchwanderer der Stadt war? Und ist diese ungeschlachten Gestalt nicht auch eine Erinnerung an die Prager Sage vom Golem?

   P.S. 2016: Nach Jaroslav Rónas Skulptur ist seit 2013 auch in der Prager Neustadt eine Kafka-Skulptur namens 'Metalmorphosis K’ zu sehen, eine gigantische metallene Kopfplastik von David Čer­ný, die an Kafkas Erzählung 'Die Verwandlung’ appelliert und sich mit ihren rotierenden Segmenten um 360° drehen kann.

 

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