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„GRÖBE-VILLA” (Gröbovka) in Prag-Vinohrady



Ruth Fleig vor der „Villa Maria” in Vinohrady; rechts das Gartenhaus dieser Villa (Photos von 1987)
Quelle für das linke Photo: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Grobeho_vila_renov.jpg


Einige Straßenbahnstationen weiter östlich steigen wir nahe der Anhöhe des großen Havlíček-Parks aus. In seinem Zentrum liegt auf einer Anhöhe die GRÖ­BE-VIL­­LA, in der während der deutschen Be­sat­zungs­zeit meine Groß­el­tern in der Verwaltung tätig waren. Außerdem wurde damals in der Villa eine „Reichs-Werk­schu­le” der „Kin­der­land­ver­schi­ckung” (KLV) un­ter­ge­bracht, bei der auch mei­ne Mut­ter eine Kin­der­grup­pe betreute.

   Der von uns eingeschlagene Weg zur Anhöhe führt jedoch nach einiger Zeit nicht weiter, so daß wir ei­nen wei­ten Umweg bis hoch zur Ko­per­­ni­­ko­­va-Stra­ße neh­men müssen. Dort schauen wir zunächst nach dem dem Gar­ten­haus der „Villa Maria”, in dem mei­ne Mut­­ter 1944/­45 eine Woh­nung hatte und nach dem schweren a­me­ri­ka­nischen Bombenangriff vom 14. Februar 1945 Split­ter ei­ner zer­bor­ste­nen Fen­ster­schei­be auf meiner Zu­decke vor­fand. 1987 war in der Villa noch ein Kindergarten, der offenbar in ein 100 Me­­ter ent­ferntes Gebäude umgezogen ist. Denn die Vil­la selbst ist nicht mehr zu­gäng­­lich und scheint zu ver­fal­len. Die Nach­bar­vil­la ist frei­lich der Sitz der Dä­ni­schen Bot­schaf­t, so daß man der „Villa Maria” vielleicht bald auch zur Hilfe kommt. <P.S. 2016: Die Villa wurde mittlerweile abgerissen, und die Dä­ni­sche Botschaft ist inzwischen umgezogen.>


Nach einigem Suchen im angrenzenden Parkareal finden wir dann doch noch zu der Neorenaissance-Villa „Gröbovka” (alias „Grébovka”). Das von dem deutschen Bau- und Eisenbahnmagnaten Moritz Gröbe in den 1870er Jahren als seine Som­mer­re­si­denz errichtete Gebäude wurde wie das umliegende (Weinberg-)Areal jüngst sorgfältig restauriert. So können wir nun auch das von geflügelten Löwen flankierte Fries­band mit seinen spielenden oder bei der Feld­ar­beit helfenden Putten bes­ser er­ken­nen. Die Villa hatte viele bekannte Gäste wie Rainer Maria Rilke, der im Sommer 1896 einige Wochen lang eines der Gä­ste­zim­mer bewohnte. Seit 2003 ist das denkmalgeschützte Gebäude Sitz des CEELI-Instituts der ame­ri­ka­ni­schen An­walts­kam­mer, das sich vor allem der Ausbildung mittel- und osteuropäischer Juristen wid­met. Zu­wei­len finden hier auch ex­ter­ne Ver­anstaltungen wie Konzerte, Ausstellungen und Konferenzen statt.

   Etliche Müt­ter mit spie­len­den Kin­dern haben sich in dem Park un­mit­tel­bar vor der Villa ein­ge­fun­den. Wir set­zen uns auf eine Bank und schau­en län­gere Zeit dem Trei­ben zu. Ein winziges Lauf-Mo­­tor­­rad im­po­niert uns so sehr, daß wir es gern dem an­dert­halb­jäh­ri­gen En­kel­chen schenken wür­den.

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