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Werke von Munros Kindern (35:27)



Bildtext: „Alan LeMay on the Set of High Lonesome in the Texas Panhandle in 1950”

Quelle: www.glennfrankel.com/#!photo-gallery-/cz8g  (Photo 26 von 36)


mit 34 Jahren nach einem Massaker der Texas Rangers aufgespürt und gegen ihren Willen zur Familie Parker zurückgebracht wurde, unternahm sie mehrere ver­geb­li­che Fluchtversuche und starb dann den freiwilligen Hungertod. Alan LeMay, Autor vieler Short-Stories und auch etlicher Western-Drehbücher, kannte ihre Ge­schich­te und auch die ihrer Cousine Rachel Parker. Diese konnte 21 Monate nach jenem Überfall freigekauft werden und veröffentlichte ein Buch über ihre Ge­fan­gen­schaft bei den Komantschen.

*


John Ford hat mit diesem herben Abschluß das Motiv der Heimkehr und das andere des ständigen Weiterziehenmüssens ausbalanciert und sich einem Happy-End à la Hollywood versagt. Ethan wird deshalb aber nicht etwa – wie immerzu beklagt wird – ausgeschlossen und zurückgeworfen in seine anfängliche Isolation, sondern end­lich freigegeben, geläutert in seiner unterdrückten Liebe wie in seinem offenen Hass. Diesem Hass hatte er schon vor dem Massaker an Marthas Familie ge­gen­über dem „Halbblut” Mart freien Lauf gelassen; er gründet ja darin, dass er vor langer Zeit Zeuge eines ähnlichen mörderischen Überfalls war.

    Ethan hat also jetzt seine Mission erfüllt, hat sein doppeltes Versprechen für Debbie und Mose Harper halten können und eine Wandlung seiner selbst durch­ge­macht, die vielleicht wie jede profunde Selbstüberwindung im letzten ein Mysterium bleibt. Wim Wenders selbst wird eine solch mühselige Wandlung und Rückkehr in die Einsamkeit dessen, der soeben erst frei geworden ist, in seinem anschließenden großen Film ,Paris, Texas’ inszenieren. Hier kreuzt übrigens Travis wiederholt die von Alan LeMay vorgezeichnete texanische Spur der „Searchers”.


Um die Bedeutung des Wortkomplexes ZUHAUSE/HEIMAT/DAHEIMSEIN zu entfalten, hat Alan LeMay in seinem amerikanischen Initiations- und Entwicklungsroman weit mehr Raum als der Regisseur eines Films. Der Erzähler LeMay vertieft das Thema zunächst lebensgeschichtlich. Er lässt Mart, der zum zweiten Mal Angehörige durch die Ko­man­tschen verlor, zu dem Entstehungsort seiner Angstbilder und Alpträume um den verbrannten menschenähnlichen Wacholderstrunk zurückfinden. Hier, vor den Resten des niedergebrannten Elternhauses, erfährt er von Amos (Ethan) die Geschichte seiner Familie und durchleidet ein letztes Mal sein Lebenstrauma des nächt­li­chen Überfalls. Zugleich mit dieser psychobiographischen Vertiefung erweitert LeMay den Umfang des Themas; er bezieht es auf das Land Texas, das beide Männer wäh­rend ihrer Suche nach Debbie kreuz und quer erkunden. „Home, for them, was more of a direction than a place. It was like a surveyor’s marker that is on the map but not on the ground ... you’re never exactly there, because there isn’t any such thing, except in the mind.11) Speziell Marts Blick schärft sich für die vielen un­schein­ba­ren Lebensspuren der Ureinwohner. Und der in der „Er”-Form berichtende anonyme Erzähler steuert seinerseits eine Fülle von Beobachtungen zur Über­le­bens­kunst der Indianer wie der Siedler und ebenso etliche kleinere (militär-)geschichtliche Exkurse bei.


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