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Über den Atlantik weisende Schlusseinstellung für Sintra im ,Stand der Dinge’:
Die für ,Hammett’ leitmotivisch eingesetzte UNDERWOOD (1:24:46)

Meine Timecode-Angaben beziehen sich auf die DVD in der ,Wim-Wenders-Edition’ (Arthaus 2005)1)


,DER  STAND  DER  DINGE  (1982) 

Aktualisierte Fassung von Januar 2021

 

Friedrich Munro, ein Regisseur deutscher Herkunft, dreht mit amerikanischen Geldern einen Film in Portugal. Drehort für sein Remake des Science-Fiction-Films ,The Survivorsist ein verlassenes Hotel an der Küste, das schon bessere Zeiten gesehen hat. Es gibt kein Personal und die Einwohner des benachbarten Ortes nehmen offensichtlich keine Notiz von den Dreharbeiten. Die finden ein abruptes Ende, als es von einem Tag auf den anderen kein Filmmaterial mehr gibt. Nach Auskunft des Kameramanns kann nicht weitergedreht werden, der nach Los Angeles abgereiste Produzent Gordon bemühe sich aber, die Finanzierung des Projekts weiter zu sichern. Da Gordon aber nichts von sich hören lässt, bricht Friedrich schließlich nach Los Angeles auf, um die Fortsetzung seines Filmprojektes einzufordern. Doch als er den Produzenten endlich findet, sticht Friedrich mit seinen Forderungen ungewollt in ein Wespennest: Gordon hat arge Probleme mit seinen amerikanischen Geldgebern bekommen, die Friedrichs Film nicht weiter fördern wollen."

Inhaltsangabe des Films bei: www.thalia-potsdam.de/filmdetails.php?film_id=1796

 


I. Revanche für ,Hammett’? Zwei extreme Standpunkte des Films:

Sintra und Hollywood

 

 

Wim Wenders hat sich gelegentlich dagegen verwahrt, dass dieser Film eine Vergeltung für die zweifellos schmerzliche Blockade und Kon­trol­le seines Filmprojekts ,Hammett’ durch Francis Ford Coppola sein sollte. Noch im „Presseheft” für ,Das Ende der Gewalt’ (1997) ist zu le­sen, dass ,Der Stand der Dinge’keine Abrechnung, wohl aber eine bittere Aufarbeitung” jener Erfahrungen darstelle.

   Gleichwohl hat man in der Filmkritik dem Autor immer wieder persönliche Revanchegelüste unterstellt, indem man sich auf etliche „Parallelen” zwischen den Produktionsbedingungen beider Filme und speziell zwischen den Produzenten Gordon und Coppola berief. Stefan Kolditz hat einige der bemerkenswertesten Ähnlichkeiten noch einmal zusammengestellt: „Wie Gordon hatte auch Coppola den Film als gezeichneten Strip in den Computer eingeben lassen, um ihn dann sukzessive durch die gedrehten Szenen zu ersetzen. Gordons Wohnmobil ist ein versteckter Hinweis auf einen ähnlichen Wagen, den ,Silver Fish’, aus dem heraus Coppola die Dreharbeiten zu ,One From The Heart’  leitete. Joe Corby aus dem ,Stand der Dinge’ ist ein Anagramm für den 80jährigen Kameramann Joseph Biroc, der die er­ste Fassung von ,Hammett’ drehte. Munros Autonummer in Los Angeles lautet ,Sam Sp-8’, eine Verkürzung von Sam Spade, und sein Agent heißt wie der schmierige Pornofilmer aus ,Hammett’ Gary Salt”.2) In diesem Sinne könnte man noch weitere Details auflisten wie dieses, dass Gordon in seinem Computer-Raum Weinkisten lagert, als wäre er jener Napa-Valley-Produzent Coppola; oder dass zu Beginn des Films in ,The Survivors’ ein kreuzgleich in den Strandsand gebohrtes Flugzeugheck einem so bizarr vorkommen mag wie einst das Flug­zeug­heck in Coppolas ‚Apocalypse Now’.

   Doch schon ein relativ geringfügiges Detail wie das Autokennzeichen „SAM SP8” zielt nicht einfach auf Coppola ab, sondern ist tiefer ein­ge­las­sen in die Zeichensprache des Films. Kann man doch das Kennzeichen erst in dem Moment erkennen, als Munro beim Cinerama 


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