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Eine der vier nischenartigen Exedren in Palermos Park 'Villa Giulia'


Pflanzen im 'Orto Botanico' von Palermo; oben ein weiterer gigantischer Gummibaum ('Ficus macrophylla')
Darunter eine Allee mit südamerikanischen Flaschenbäumen der Gattung Ceiba; rechts Borke und Frucht dieses Baums

Quellen: https://media-cdn.tripadvisor.com/media/photo-f/09/a2/fc/e2/villa-giulia.jpg  https://luoghi.italianbotanicaltrips.com/orto-botanico-di-palermo/#&gid=1&pid=8www.ortobotanicoitalia.it/sicilia/palermo/

   http://i296.photobucket.com/albums/mm178/conversazionitraortoegiardino/Palermo%202/Palermo2_zpskau8fp6y.jpg   http://4.bp.blogspot.com/-ZFU4gHKKrSM/VLPjFibZfTI/AAAAAAAAKYU/s8GsbxJV_04/s1600/107.JPG


Wir verlassen den Garibaldi-Park und treten wegen der Tageshitze schon bald in den Innenhof eines Hotels ein, um uns am Pool bei Ge­­tränk und Eis zu erfrischen. Wenig spä­ter er­rei­chen wir unser letztes Tagesziel, den Bo­ta­ni­sche Gar­ten von Pa­ler­mo mit der angrenzenden kleineren Parkanlage Villa Giulia. In diesem kleinen üppig bepflanzten Park schien für Goe­the seine noch va­ge mor­phologische Idee ei­ner ,Ur­pflanze’ konkreter Gestalt anzunehmen; er schrieb in seiner ,Italienischen Reise’ unter dem 17. April 1787:

            „Im Angesicht so vielerlei neuen und erneuten Gebildes fiel mir die alte Grille wieder ein, ob ich nicht unter dieser Schar die Urpflanze entdecken könnte. Eine solche

            muß es denn doch geben! Woran würde ich sonst erkennen, daß dieses oder jenes Gebilde eine Pflanze sei, wenn sie nicht alle nach einem Muster gebildet wären?”

Goethe bezeichnete diesen „wunderbarsten Ort von der Welt” immer nur als „den öffentlichen Garten” Palermos, denn seinen Namen ,Villa Giulia’ – nach der Gemahlin des damaligen Vizekönigs – er­hielt er erst 1788 bei seiner offiziellen Eröffnung. Der streng geometrische Umriss des Parks ist noch unverändert, doch hat man ihn wiederholt gründlich umgestaltet, auch während unseres Be­suchs ist er wegen Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten nur partiell zugänglich. Seinerzeit soll er noch viele exotische Pflanzen gezeigt haben, während gegenwärtig mediterrane Gewächse wie Pinie, Papyrus, Aka­zie und Fi­cus vorherrschen. Auch la­den die brei­ten und langen Wege eher zum Spazierengehen als zu einem Pflanzenstudium ein, und die gegen Ende des 19. Jh. hinzugebauten vier Exedren die­nen mu­si­ka­li­schen Aufführungen.

    Der durch ein Portal mit der ,Villa Giulia’ verbundene jüngere Botanische Garten wurde erst 1795 eröffnet und ebenfalls mehrmals gründlich umgestaltet, insbesondere im späten 19. Jahrhundert, als man mas­sen­haft exotische Pflanzen vor allem aus Südamerika und der Karibik hierhin verschiffte. Darunter dieser für unsereins so wunderliche stachelbewehrte Flaschenbaum Ceiba speciosa aus der Fa­mi­lie der Mal­ven­ge­wäch­se. Der Baum war unter anderem den Maya und Azteken heilig. Hernán Cortés alias ,Cortez the Killer’ ließ in seiner Goldgier den letz­ten Az­te­ken­herr­scher Cu­auh­té­moc nach katholischer Inquisitionsmanier foltern und ausgerechnet am Ast einer Ceiba erhängen.

   Der Garten wurde primär für botanische Studien an der späteren Universität Palermo eingerichtet. Den ältesten Bereich legte man nach der binären Taxonomie des von Goethe hoch­ge­schätz­ten Carl von Linné an und einen anderen Bereich Anfang des 20. Jh. nach dem Klassifikationssystem von Adolf Engler. Wie vorhin im Giardino Garibaldi können wir auch hier das irre Wur­zel- und Ast­werk ei­nes anderen, schon 1840 gepflanzten Ficus ma­cro­phyl­la bestaunen.


Nun doch ziemlich ermattet, suchen wir einen nahgelegenen kleinen Busbahnhof auf und warten in gleißender Nach­mit­tags­sonne auf den Pull­man-Bus, um nach Mon­re­a­le zurückzukehren. Dem Fah­rer versuche ich zu er­klä­ren, dass wir un­ge­fähr zwei Kilometer vor dem Dom für unser Ho­tel ,Bag­lio Conca d’Oro’ aussteigen müss­ten und bit­te um einen entsprechenden Hinweis. Ja, ja, er werde sich schon rechtzeitig mel­den. Als er dann doch den Weg hoch zum Dom eingeschlagen hat und ich lautstark re­kla­mie­re, ent­schul­digt er sich mit ei­nem Missver­ständnis. Und geleitet uns sogar noch zu ei­nem Ta­xi­stand, um dort te­le­fo­nisch ei­nen Fahrer zu bestellen.

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