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IV Film und Kindheit
V Mitschüler/Schulen
VI GERMANISTICA






Oben links: Ein älteres Werbeposter für „Olympic Airways”
Daneben das Foto einer seltenen Cirrusformation (ähnlich auf unserem Rückflug zu sehen)



Links: Die Andreas-Kathedrale von Pátras, architektonisches Symbol für Christus und die 12 Apostel
Quellen: https://polarsteps.s3.amazonaws.com/u_873611/3237d6ab-20bf-4876-909b-811d3c87ba46_D4C63030-F73D-485B-BB21-A8F55376F39D.jpg   www.airtimes.com/cgat/gr/olympic/detail/insidecover-oa700401.jpg
https://cdn.pixabay.com/photo/2017/06/11/18/27/cirrus-2393167_960_720.jpg

Mittwoch, d. 27. 8. 1997:

Nach dem Frühstück auf der hübschen Parkterrasse des Hotels fahren wir mit dem Gepäck ins Zentrum von Pátras und stellen den Mietwagen in einer bewachten Garage ab. In der Nähe des Platzes Psi­lalo­nia, bei dem vermutlich das römische Forum lag, betrachten wir entzückt eine Tausendschaft handwerklich-technischer Utensilien, die ein Eisenwarengeschäft in seinen Auslagen, in Hochregalen und Spe­zialschubladen führt, darunter Dinge, die bei uns zuletzt in den 1950er Jahren zu sehen waren.


Wir haben noch die Zeit, uns die Kathedrale Ágios Andréas anzuschauen, die dem um 60 n. Chr. in Pátras gekreuzigten Apostel gewidmet ist. Mit dem Bau der lichten neobyzantinischen Basilika begann man 1908, eingeweiht wurde sie jedoch erst 1974. In einer Seitenkapelle werden als Reliquien vermeintliche Überreste seines Andreaskreuzes und ein Schädelfragment vorgewiesen, das während des Vier­ten Kreuzzuges von Konstantinopel nach Rom verschleppt worden war und 1964 als Akt der Aussöhnung zwischen römisch-katholischer und griechisch-orthodoxer Kirche von Papst Pius VI. rück­er­stat­tet wur­de. Andreas gilt als der für die Ostkirche bedeutendste Apostel und ist Patron von Patras, Russland und auch etwa der römisch-katholischen Kirche von Schottland.

   Die Wände und Kuppeln der Basilika hat Iannis Karoussos überreich mit Fresken im neobyzantinischen Stil ausgemalt, darunter eine Darstellung der Lebensstationen des Apostels. Am Andreaskreuz wird er hier wie auch sonst nicht mit dem Kopf nach unten abgebildet, sondern durchweg erhobenen Hauptes; zumal Andreas der Legende nach noch zwei Tage lang vom Kreuz herab gepredigt haben soll. Dass sein Bruder Petrus auf Gemälden öfter mit dem Kopf nach unten am Kreuz hängt, wurde offenbar durch die Form des Petruskreuzes mit dem nach unten gekehrten Querbalken nahegelegt.


*

Nach einer kleineren Querele bei der Rückgabe des Mietwagens fliegen wir mit Olympic-Airways von Pátras-Áraxos zurück nach München. Die 1957 von Onassis gegründete Fluggesellschaft fügte für ihr Lo­go mit den fünf Olympischen Ringen nach Einspruch des Olympischen Komitees einen sechsten Ring hinzu und verzichtete auf die olympischen Kontinentfarben Grün und Schwarz; genau genommen be­fin­den sich im geänderten Logo zwei Halbringe, sodass die olympische Symbolzahl klandestin fortbesteht, das Ganze aber etwas von Jonglier- oder Zaubertrickringen angenommen hat. Im Übrigen nimmt die Flug­li­nie an einem Werbeprogramm zugunsten von Athen als Austragungsort der Olympischen Spiele 2004 teil (Athen wird tatsächlich Wochen später den Zuschlag erhalten).

   An Bord stolpert eine Stewardess und schüttet der Sitznachbarin von Ruth ein Getränk über die helle Hose. Die schon merklich angetrunkene Frau erstarrt und beginnt nach dieser Schrecksekunde wild zu lachen. Sie wird von der Stewardess vor die Alternative eines finanziellen Schadensersatzes oder eine Flasche Champagner gestellt – und wählt die Flasche. Über den Ostalpen bestaunen wir eine uns un­be­kann­te Eiswolkenbildung, eine aus der Tiefe bis zu uns hin hochgewirbelte Cirrusformation (Cirrus fibratus oder uncinus?).


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