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Siegfried Hebel alias „EGON” 1957/58
(*1915 †2002)


Quelle: ‘Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Freiherr-vom-Stein-Gymnasiums’ (Oberhausen 2005, S. 48)



Herr Hebel, der für mich wichtigste Lehrer seit der späten Mit­tel­stu­fe, unterrichtet uns in gleich drei gei­stes­ge­schicht­li­chen Kern­fä­chern, in Deutsch, evangelischer „Re­li­gionslehre” und Philosophie. Ich ken­ne ihn schon seit lan­gem als Pre­di­ger beim evan­ge­lischen Schul­got­tes­dienst und als Betreuer un­se­rer Schü­ler­bü­che­rei, die im Keller hinter der Aus­ga­be­stel­le für die „Schü­ler­milch” un­ter­gebracht ist. Beim Ein­gang da­sit­zend, ne­ben sich den Gehstock, den er als Kriegs­ver­sehr­ter be­nö­tigt, führt er hier öf­ter per­sön­lich die Auf­sicht. Sein Langmut und milder Sarkasmus be­ein­dru­cken so­gar meinen ra­bi­a­ten Mit­schü­ler Klaus, der ihn ein­mal als „her­zens­gut” bezeichnet. Dabei läßt uns „Egon” nicht et­wa be­quem in Ru­he und Frie­den, viel­mehr ist er in der Mit­telstu­fe hartnäckig hinter unseren Schwä­chen und Un­ar­ten her und teilt weit­aus mehr Ta­del als Lob aus. Doch alles ist dosiert und auf­ge­hei­tert durch ei­ne Dik­ti­on, in der Ver­är­ge­rung, Be­küm­me­rung und Re­sig­na­ti­on kaum aus­ein­an­der­zu­hal­ten sind. Sein Ta­del wirkt so nie feind­se­lig wie bei so manch an­de­rem, auch dann nicht, wenn ihm bei ei­ner dreisteren Aktion einer seiner „Ge­­sel­­len” mal der Kra­gen platzt.


In unserer „Bierzeitung” vom Frühjahr 1962 finden sich ei­ni­ge seiner Lieblingswendungen mitsamt seiner sto­ckend-la­ko­ni­schen Redeweise:

                                       Sicht-e-lich angeheitert e-heute.”
                                       „Wie e-leicht man Euch kind-e-liche Charaktere e-doch er­freuen e-kann.”
                                       „Grinst e-da wie ein Honigkuchen-e-pferd.”
                                       „Einfach e-lächerlich, e-das e-Ganze!”
                                       „e-Wollen doch e-nicht unverschämt e-werden!”
                                       Un-e-höflicher e-Patron!” ... „ ... Schlot, elender!”

Eine derart persönlich zugespitzte Attacke blieb jedoch die Aus­nahme.


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