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IV Film und Kindheit
V Mitschüler/Schulen
VI GERMANISTICA



Angebote auf dem Kantoner Qingping-(Medizin-)Markt in Kanton, darunter Skorpione sowie getrocknete Insekten, Eidechsen und Pilze;
au├čen rechts Hunde und Katzen auf einem Markt in Guilin
Quelle für das Foto aus Gulin: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/a/a3/Katzenundhunde.jpg/1280px-Katzenundhunde.jpg   Die anderen Fotos sind von mir (H.F.)


Die vielen noch erhaltenen Gebäude aus der Kolonialzeit stehen gleichwohl unter Denkmalschutz, auch haben sich etliche Konsulate auf dem Inselchen niedergelassen. Ungefähr seit dem Jahre 2000 ist Shamian und speziell das 1983 eröffnete Luxushotel White Swan zu einer beliebten Anlaufstelle vor allem für Amerikaner geworden, die chinesische (Waisen-)Kinder adoptieren wollen. Nach geglückter Adoption müssen sie sich nämlich noch einige Wochen in China aufhalten und verbleiben solange meist mit dem Baby in diesem "White-Stork-Hotel" (wie ein Spitzname lautet). Adoptiert werden überwiegend Mädchen, ein unbeabsichtigtes Ergebnis der chinesischen Ein-Kind-Politik. Zu dem kantoneser Adoptionstourismus-Trubel vgl. den folgenden Videobericht: www.youtube.com/­watch?feature=player_detailpage&v=gJ7sjcJAOFw


Vor dem Besuch der Kantoner Märkte merkt unser Reisebegleiter einiges zu den hiesigen Speisen und ihrer Zubereitung an. So erfahren wir, daß in der Provinz Guangdong in der Regel die Männer für die Küche zuständig sind. Zwischen Nahrungsmitteln und der traditionellen chinesischen Medizin gibt es fließende Übergänge, da viele Gerichte oder Zutaten Heilfunktion haben. Bei Muskel- und Gelenkschmerzen etwa nimmt man Fischblasen(-suppe) zu sich, und Skorpionsuppe wird dem verschrieben, der zuviel Schwermetall im Blut hat. Babys, die des Nachts nicht schlafen können, wer­den Seeschlangen-Pillen verabreicht, während die eiweißreiche Schwalbennestersuppe zur allgemeinen Kräftigung verhelfen soll.

   Hunde, so hören wir weiter, stehen hier erst im November auf dem Speiseplan und werden wie die teuren "gelben" Exemplare auch eigens zu diesem Zweck gezüchtet. Weit preiswerter als das überall in (Ost-)Asien geschätzte Hundefleisch sind Krähenfüße und unter den sonstigen Kleinigkeiten Kakerlaken oder Sandwürmer, welch letztere daumendick und zwei Finger lang gezüchtet wer­den. Unser Reisebegleiter erwähnt auch Getreideratten, die man entweder mittels Elektrizität fängt oder als Zuchtprodukte kauft.

   So manche auch kulinarische Erfindung erklärt sich sicherlich nicht zuletzt durch die furchtbaren Hungersnöte in Chinas Vergangenheit. Allein zwischen 1850 und 1950 soll es an die 100 Millionen Hungertote gegeben haben. Die späte Qing-Dynastie ließ immerhin noch Institutionen einrichten, die zur Vermeidung von Hungerkatastrophen die hierfür nötige Infrastruktur des Landes ausbauen sollten. Nach dem Untergang der Dynastie und der nachfolgenden jahrzehntelangen Plünderung Chinas durch die rivalisierenden Warlords erreichte diese Katastrophe einen weiteren Höhepunkt, entspannte sich nach Gründung der Volksrepublik, bis Maos Kampagne des "Großen Sprungs nach vorn" (1958-61) erneut zu einer riesigen Hungerkatastrophe führte. So wurde bei zunehmender Landflucht die bäuerliche Bevölkerung für andere Projekte wie den Bau von Eisenbahnstrecken oder Staudämmen herangezogen wurde und kam es nach Maos "Spatzenkampagne" zu Ernteausfällen durch die rasante Schädlingsvermehrung.

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