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Shanghai, Longtang-Siedlung




Shikumen-Wohnblock, in dem 1921 die KPCh gegr√ľndet wurde

Quellen: www.wheres-andy-now.com/culture/mission-shanghai-sothebys-domain-magazine  www.concierge.com/travelguide/shanghai/photos/slideshow/64187?sortParam=

 


Beim Durchfahren von Shanghai sind hier und dort niedrigere Wohnsiedlungen zu sehen, die auf den ersten Blick den Hutongs in Bei­jing äh­neln, doch ein 2. oder gar 3. Stockwerk haben. Auch sind sie augenscheinlich so­li­der gebaut und haben zudem west­li­che Bau­ele­men­te auf­ge­nommen. Es sind Longtang ("Gas­sen"-Häu­ser), die in der zweiten Hälfte des 19. Jh. aufkamen, als Chi­na "Kon­zes­si­ons­ge­bie­te" für bri­ti­sche, französische und amerikanische Niederlassungen freigeben muß­te. An­fangs wur­den sie als ein­fa­che Rei­hen­häu­ser nach dem Vor­bild von Manchester und Lon­don gebaut, später kam es zu ei­ner Ver­schmel­zung west­li­cher mit süd­chi­ne­si­scher Ar­chi­tek­tur: Zwei- bis drei­stöckige Zie­gel­häu­ser mit In­nen­hö­fen, de­ren Häu­ser­zei­len oft im Fisch­grä­ten­mu­ster an­ge­ord­net waren. Ur­sprüng­lich nur von ei­ner Fa­mi­lie be­wohnt, wur­den sie bei zu­neh­men­der Woh­nungs­not von meh­re­ren Fa­mi­li­en - oft mit wei­te­ren Un­ter­mie­tern - be­zo­gen, die Haus­be­rei­che wie Küche und sa­ni­tä­re Ein­rich­tun­gen ge­mein­schaft­lich nutz­ten.

   Als weitere Phase dieser architektonischen Verschmelzung gelten die Anfang des 20. Jh. errichteten Shi­ku­men ("Steintor-Häu­ser"), die ihren Na­men nach den mit Ziergiebeln versehenen steinernen Torrahmen er­hiel­ten. Die­se zwei­flü­ge­li­gen Holz­tü­ren und -por­ta­le wa­ren oft in chi­ne­si­scher Tra­di­ti­on in Schwarz gehalten und mit Bron­ze­be­schlä­gen ver­ziert.

   Beide Baustile werden auch als "Longtang-Shikumen" zusammengefaßt. Seit 2000 hat die Stadtverwaltung von Shang­hai ihre Re­no­vie­rung und Mo­der­ni­sie­rung im großen Stil vorangebracht. Gegenwärtig soll es hier noch an die 200 Long­tang-Sied­lung­en ge­ben, zu de­nen et­liche neuere im Re­tro-Stil hin­zu­kom­men, darunter das in der Nä­he des Grün­dungs­ge­bäu­des der KPCh liegende Stadt­vier­tel Xin­tian­di. Noch heu­te Abend wer­den wir ei­nen Gang durch die­ses Stadt­ge­biet machen.


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